Neue Postwertzeichen am 4. Dezember 2014 und das „Briefmarken-Programm 2015“!

Hier die neuen 8 (acht !!) Dezember-Werte: von 62 bis 440 Cent (MICHEL-Nummer 3114-3121). Für einen einmaligen Nominalwert von 13,14 Euro. Natürlich mit einer selbstklebenden Ausgabe und gleich doppelt: in Rollen-Konfektion und als Folienblatt. Damit sind sie die letzen Briefmarken, die in diesem Jahr in Deutschland erscheinen. Für den „Sammler und Geldanleger 2015“: die Übersicht „Briefmarken-Programm 2015“ – zwecks Ihres Finanzierungsplanes – für Familie, Urlaub, Hobby, … – im nächsten Jahr!

Dauerserie Blumen –  Pfingstrose 62 Cent
Neue Portogebühr für den Inland-Standardbrief ab dem 1.1.2015!

Nach Plinius dem Älteren, der um 77 n. Chr. die erste überlieferte naturwissenschaftliche Enzyklopädie verfasste, ist die Pfingstrose (Paeonia) die älteste Gartenblume. Da sie von Benediktinern zum Schmuck ihrer Klostergärten in die Gebiete nördlich der Alpen gebracht wurde, ist sie in Deutschland als „Benediktinerrose“ bekannt geworden. Sie fand rasch den Weg in die Bauerngärten, in denen sie – neben Lupinen und Rittersporn – bis heute als nahezu unverzichtbar gilt. Mit einem Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern gehört ihre Blüte zu den größten der heimischen Flora.
Pfingstrosen sind sehr ausdauernde Pflanzen, deren Wildformen vor allem in sonnigen Bergregionen und in lichten Wäldern gedeihen. Sie sind in Eurasien heimisch, abgesehen von Paeonia californica (Kalifornische Pfingstrose) und Paeonia brownii, deren Verbreitungsgebiet sich auf die Westküste der USA beschränkt. Die meisten Pfingstrosenarten bevorzugen subtropische und gemäßigte Zonen. Die meist einzeln stehenden Blüten bestehen gewöhnlich aus fünf Kelchblättern und fünf bis zehn ovalen Kronblättern. Eine große Anzahl von Staubblättern und zwei bis fünf Fruchtblätter, die sich zur Reifezeit öffnen, sind die wichtigsten Kriterien für die Zuordnung der Gattung Paeonia zu den Hahnenfußgewächsen.
Schon in der Antike wurden die Pfingstrosen zu den magischen und heilmächtigen Pflanzen gezählt. Die Wurzel der Pfingstrose galt als Arznei bei Frauenleiden, später auch als Mittel gegen Gicht, Epilepsie und Hexenschuss. Die Samenkörner der Päonie wurden gegen Alpdrücken empfohlen. Autoren der frühen Neuzeit, in der Aber- und Hexenglaube einen Höhepunkt erreichte, erwähnen ihre Verwendung als Amulett gegen Gespenster. Heute stuft man die Pflanze als schwach giftig ein, vor allem wegen des Alkaloids Peregrin, das die Blutgerinnung fördert.

 

MICHEL-Nummer: 3114
MICHEL-Nummer: 3121
selbstklebend aus Folienblatt UND selbstklebend von der Rolle

Pfingstrote_FB Pfingstrote_Rolle


Dauerserie Blumen – Kugelprimel 80 Cent
Neue Portogebühren
für die Auslands-Postkarte und für Auslands-Standardbrief ab dem 1.1.2015!

Die Kugelprimel (Primula denticulata) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Gattung der Primeln (Primula). Schon zeitig im Frühjahr bildet sie auf ihren kräftigen Stielen die charakteristischen kugeligen Köpfe aus, die rundum mit oft hell-violetten, manchmal aber auch blauen, rötlichen oder weißen Blüten besetzt sind. Schmuckvoll sind auch die leicht behaarten, hellgrünen Blätter, die in dichten Rosetten wachsen und nach langen Wintern in der Natur oft die ersten Farbtupfer bilden. Diese Frühblüher-Qualität war namensgebend: „Primel“ ist eine eingedeutschte Kurzform der botanischen Bezeichnung „Primula veris“, „Erste [Blume] des Frühlings“, die sich im 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum etablierte.
Wildwachsende Arten der Gattung Primeln sind vor allem auf der Nordhalbkugel heimisch. Weil sie ungewöhnlich niedrige Temperaturen vertragen, sind sie Teil der Florengemeinschaft in Hochgebirgen und arktischen Regionen. Man findet Primeln in Höhenregionen Europas, Vorderasiens und Zentralasiens, aber auch im Himalaja sowie in Sibirien und Alaska. Nur wenige Formen sind in subtropische oder tropische Klimate vorgedrungen. Die Ursprünge der Kugelprimel liegen in Asien. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte sie als exotische Kulturpflanze nach Europa. Ihrer vielfältigen heutigen Formen und Farben sind Ergebnis zahlloser Züchtungen.
Die Blütezeit der Kugelprimel beginnt im März und endet im Mai. Aufgrund ihrer Kälteresistenz lassen sie sich wie alle Schlüsselblumen gut in Balkonkästen kultivieren. Weil Kugelprimeln ein starkes Kontaktallergen namens Primin enthalten, ist bei der Handhabung und Kultivierung der Pflanze Vorsicht geboten, vor allem um Berührungen mit kleinen Kindern oder Haustieren zu vermeiden. Für Haushalte, in denen Kinder leben, sind diese Pflanzen nur bedingt zu empfehlen. 


MICHEL-Nummer: 3115

 

Dauerserie Blumen – Federnelke  85 Cent
Neue Portogebühr
für den
Kompakt-Brief innerhalb Deutschlands ab dem 1.1.2015

Die Federnelke (Dianthus plumarius) ist eine filigran blühende Pflanze aus der rund 300 Arten umfassenden Gattung Nelke (Dianthus). Wie die meisten ihrer nächsten Pflanzenverwandten besiedelt sie bevorzugt trockene Felsenstandorte. Die natürlichen Vorkommen der Federnelke erstrecken sich von den bayerischen und österreichischen Alpen bis nach Ungarn. Federnelken sind relativ kleine, polsterbildende Pflanzen, die eine Wuchshöhe von meist 20 bis 30 Zentimetern erreichen. Ihre auffälligen Stängel sind annähernd vierkantig und von blaugrüner Farbe.
Die blühfreudigen Federnelken sind im Hinblick auf Standort und Boden relativ tolerant, bevorzugen aber einen sonnigen und luftigen Ort. Bevorzugt werden sie in Steingärten, auf Trockenmauern oder an anderen relativ trockenen Standorten angepflanzt.
Die Erde muss durchlässig sein, denn Staunässe verträgt die Federnelke gar nicht. Außerdem sollte der Standort zumindest halbschattig sein, damit die Pflanze mehrere Stunden täglich von der Sonne beschienen wird. Federnelken blühen je nach Sorte im Frühling, im Sommer oder mehrmals während der gesamten Wachstumsperiode. Da ihre Wildform aus dem Alpenraum stammt, ist sie winterhart.
Nelken entwickelten sich im Mittelalter zu einem Symbol der Liebe, weshalb sie zahllose mittelalterliche und frühneuzeitliche Brautbilder ziert. Im 17. Jahrhundert gerieten die Nelken etwas in Vergessenheit, erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden sie von den französischen Royalisten wiederentdeckt, die auf dem Weg zum Schafott zum Zeichen der Königstreue stolz rote Nelken trugen. Einen neuerlichen Bedeutungswandel erfuhren die Blumen nochmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die entstehende Arbeiterbewegung die rote Nelke zu ihrem – noch heute von Sozialdemokraten gerne genutzten – Symbol erkor.

 
MICHEL-Nummer: 3116

Dauerserie Blumen – Purpurglöckchen 395 Cent

Zu den „Einwanderern“ in unsere Gärten zählen die Purpurglöckchen oder Heuchera, eine knapp 40 Arten umfassende Gattung attraktiver Staudenpflanzen mit glockenförmigen Blüten. Aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in den westlichen Teilen Nordamerikas und Mexikos gelangten die Heuchera erst in der Neuzeit in die Alte Welt. Sie gehören damit zu den Neophyten, also jener Gruppe von Pflanzen, die wie die Tomate oder Kartoffel erst durch den „kolumbischen Austausch“ in andere Erdteile verfrachtet wurden. Purpurglöckchen sind immergrün, ihre Blätter schillern je nach Art und Sorte in den unterschiedlichsten Grünund Rottönen, auch silbrig-graue Varianten sind im Handel.
Heuchera gehören zur Familie der Steinbrechgewächse, die fast ausschließlich auf der Nordhalbkugel heimisch ist – nur imsüdamerikanischen Andenraum gibt es einige Arten südlich des Äquators. In Europa kommen gut drei Dutzend Vertreter dieser Familie vor. In der Mehrzahl handelt es sich um polsterbildende Pflanzen, die sich an das Leben im Gebirge angepasst haben. Dank der Zucht unterschiedlicher Sorten gibt es heute Purpurglöckchen für die verschiedensten Standorte. Fast alle bevorzugen halbschattige Plätze. An vollsonnigen oder zu dunklen Standorten kann es passieren, dass die Pflanze kaum Blüten hervortreibtund das Wachstum stagniert.
Wie die meisten Steinbrechgewächse sind auch Purpurglöckchen in der Regel winterhart. Lediglich in Landstrichen mit langen und kalten Wintern sollte man sie im Freiland ein wenig vor der Kälte schützen, idealerweise durch eine dicke Schicht aus Kompost. Man tut den Pflanzen allerdings keinen Gefallen, wenn man sie an einen frostsicheren Ort bringt, weil sie die Kälteperiode benötigen, um im Frühjahr neu auszutreiben. Bleibt sie aus, reagieren die Purpurglöckchen oft mit Krankheiten und Wachstumsschäden.

 

MICHEL-Nummer: 3117


Dauerserie Blumen – Türkenbund 440 Cent

Die bis zu 120 Zentimeter hohe Türkenbundlilie (Lilium martagon) aus der Gattung der Lilien (Lilium) ist eine der wenigen auch in Mitteleuropa heimischen Lilienarten. Ihren Namen verdankt die elegante Sommerblume den charakteristischen Blütenblättern, die Assoziationen an einen türkischen Turban wecken. Das Verbreitungsgebiet der Türkenbundlilie reicht von Europa über weite Teile des mittleren und nördlichen Asien bis in die Mongolei. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Türkenbundlilien gedeihen vor allem in lichten Laub- und Mischwäldern. Sie bevorzugen lockere, nährstoff- und kalkreiche Böden mit guter Wasserführung. Unter optimalen Standortbedingungen kann die ausdauernde Blütenpflanze ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen. Ihre purpurfarbenen Blüten sind oft punktiert. Die Fleckung ist erblich, nicht aber das Muster, welches sie bilden – daher gleicht kein Blütenblatt dem anderen. Die Farbpunkte entstehen nach einem ähnlichen Prinzip wie Eisblumen an Fenstern, nämlich durch Bildung schwerlöslicher Farbstoffverbindungen in angrenzenden Zellen. Aus diesem Grund sind die Punkte manchmal von einem helleren Hof umgeben.
Wegen ihrer goldgelben Zwiebel wurde die Türkenbundlilie von mittelalterlichen Alchemisten als zaubermächtig angesehen und galt als Schutzmittel gegen böse Geister. Kleinen Kindern wurde ein Zwiebel-Amulett gegen Schmerzen beim Zahnen umgelegt. Ein weniger magisches als kulinarisches Verhältnis pflegen die Bewohner Sibiriens zu den Zwiebeln der Türkenbundlilie, die ihnen seit jeher als Leckerbissen gilt. Ihre natürlichen Vorkommen in Deutschland liegen im Süden, im Bereich der Mittelgebirge und des Alpenraums, während sie in der Norddeutschen Tiefebene nur sporadisch anzutreffen ist. In vielen Bundesländern wird sie inzwischen als gefährdet eingestuft.

 

MICHEL-Nummer: 3118

 

Schätze aus deutschen Museen:
Rogier van der Weyden:  „Heimsuchung“

Es ist eine Begegnung der besonderen Art: Inmitten einer flandrischen Landschaft sind zwei schwangere Frauen dargestellt, die beide prüfend und liebkosend ihre Hand auf den Bauch der jeweils anderen legen. Maria trägt das Jesuskind in sich, während Elisabeth Johannes den Täufer, den Vorläufer Christi, gebären wird. Die „Heimsuchung“, eine in der christlichen Kunst häufig dargestellte Szene aus dem Neuen Testament, ist ein zentrales Werk aus der Frühphase des Malers Rogier van der Weyden (1398/1400–1464). Der Niederländer ist bekannt für seine genauso detailgetreuen wie spirituell aufgeladenen Bilder.
Rogier van der Weyden wurde als Sohn eines Messerschmieds als Rogier de la Pasture in Tournai geboren. Bei dem Maler Robert Campin geht er in die Lehre und wird 1432 in die Malerzunft seiner Heimatstadt aufgenommen. Daraufhin begibt sich der junge Künstler nach Brüssel und überträgt seinen Namen „de la Pasture“ ins flämische „van der Weyden“. 1436 wird er zum Stadtmaler von Brüssel ernannt. In diese Zeit fällt auch die Herstellung des nur 57,5 auf 36,2 cm großen Gemäldes „Heimsuchung“, möglicherweise als Teil eines Altarbildes.
Die „Heimsuchung“ ist ein herausragendes Exponat der Sammlung Speck von Sternburg. Diese hat der Leipziger Großkaufmann und Tuchhändler Maximilian Speck zu Beginn des 19. Jahrhunderts begründet. Darin finden sich Meisterwerke von Conegliano, Lucas Cranach dem Älteren, Rubens und Caspar David Friedrich sowie zahlreiche Werke holländischer Meister. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung zwar entschädigungslos enteignet, in der Nachwendezeit jedoch restituiert. Die Familie Speck von Sternburg entschloss sich, die auf rd. 50 Millionen Euro taxierte Sammlung in eine Stiftung einzubringen und als Dauerleihgabe dem Leipziger Museum der bildenden Künste zu überlassen.

 
MICHEL-Nummer: 3119

 

Wiederansiedlung der Fischarten:
Die Meerforelle

Die Meerforelle (Salmo trutta trutta) ist ein Wanderer zwischen den Welten. Im Laufe ihres Lebens wechselt sie mehrfach zwischen Fluss und Meer, d.h. zwischen Süß- und Salzwasser. Ihre Heimat sind Flüsse, die in den Atlantik, in den Ärmelkanal, in die Nordsee, in das Weiße Meer, in die Barentsee oder Ostsee münden. Die Meerforelle gehört zur Gruppe der Salmoniden, der forellenartigen Fische. Die Meerforelle ist insgesamt keine gefährdete Art. Durch die Verbauung der Flüsse mit Staustufen und Wasserkraftwerken hat der beliebte Angel- und Speisefisch allerdings häufig keine Chance mehr, zu seinen Laichplätzen zu gelangen.
Wissenschaftlich gesehen ist die Meerforelle eine Unterart der Bachforelle (Salmo trutta fario). Die ersten beiden Jahre verbringen Meerforellen im heimatlichen Fluss. Dann findet die Umwandlung zum „Smolt“ statt, einem 20-30 cm großen Jungfisch, der sich alsbald erstmals ins Meer wagt. Beim nächsten Mondwechsel folgt er stromabwärts dem Ruf des Ozeans. Die meisten Meerforellen bleiben zwei bis drei Jahre lang im Meer, bevor sie zum ersten Mal laichen. Im Winter steigen die Meerforellen dann wieder in ihre Heimatflüsse auf. Die Eier werden in Laichgruben abgelegt, die mit der Schwanzflosse in den Kiesgrund geschlagen werden.
Meerforellen sind Indikatoren für intakte Gewässerstrukturen. Unabdingbar für die Wiederansiedlung der Meerforelle, wie sie etwa in Brandenburg an Nebenflüssen der Elbe oder in Niedersachsen an der Wümme vorangetrieben wird, ist zudem die Durchgängigkeit der Fließgewässer, damit die Laichplätze zugänglich sind. Dort werden in einzelnen Flüssen und Bächen Gewässersohlen mit Kies, Steinen und Totholz zum Ablaichen eingebracht. Hinzu kommen ein Initialbesatz mit Meerforellen und ein Monitoring zur Bestandsstützung, um den Lebenszyklus in Gang zu bringen und zu erhalten.


MICHEL-Nummer: 3120

Vereinsrundbrief Nummer 50

Veröffentlichung unseres
Rundbriefes Nummer 50 [als PDF-Datei]
auf unserer Vereinshomepage für alle Interessierte!

„Kleinanzeigen“ nun auch auf unserer Vereinshomepage!

Die aktuellsten Kleinanzeigen auf der Homepage unseres Vereins !

Jeder Sammler – ob nun Mitglied oder auch Nichtmitglied in unserem Verein – kann schon seit Jahren im Vereinsrundbrief KOSTENLOS eine oder auch mehrere Kleinanzeigen veröffentlichen. Nun auch parallel oder auch nur allein auf unserer Vereinshomepage unter dem Modul „UNSER VEREIN & KLEINANZEIGEN“! Diese Kleinanzeigen sollen und können nicht nur aus den Bereichen Philatelie & Briefmarken, Ansichtskarten & Heimatbelege, Münzen & Banknoten … kommen. Falls SammlerInnen sich auch für andere Sammelobjekte interessieren, kann sie und er unsere Plattform für Kaufen & Verkaufen & Tauschen & Suchen … mitbenutzen! Auch diese Internet-Kleinanzeigen sind für jeden Sammler KOSTENLOS !
Der Vorstand unseres Vereins hat das Recht, eine Kleinanzeige ohne Angabe von Gründen abzulehnen und bei Mißbrauch oder Beschwerden über den Auftraggeber dieser Kleinanzeige, rechtliche Schritte gegen diesen zu unternehmen. Es gelten die allgemeinen Grundsätze und Vorschriften für das Veröffentlichen von Kleinanzeigen im Internet.

Kontakt über: nettephila@web.de

Matthias Kästner
Redaktionsleitung, Objektrealisierung & Anzeigenverwaltung

 

55. AIX-Phila Auktion am 28. und 29. November 2014 in Aachen

Ein starker französischer Einschlag prägt die 55. AIX-PHILA Auktion am 28. und 29. November in Aachen: Frankreich selber bietet so ziemlich alles an besseren und gefragten Marken ab der Klassik in durchweg ausgesucht guter Qualität.
Memel -teilweise unter französischer Mandatsverwaltung- geht mit einer Fülle von Briefen und seltenen Stempeln an den Start, auch der Spitzensatz (Mi-Nr. 234/37) fehlt weder postfrisch noch echt gestempelt und wird mit 800 € bzw. 1.200 € ins Rennen geschickt.
Mit jeweils 1.000 € beginnt ein gestempeltes Hochwasserblockpaar der Saar genauso wie auch die berühmte Madonna von 1928 (Mi.-Nr. 134). Mindestens 1.200 € soll ein Freimarkensatz von 1947 bringen, welcher versehentlich ohne Aufdruck verkauft wurde (Mi.-Nr. 226/38 IIfA).
Katalog der 55. AUKTIONDie übrige Philatelie ist mit einem reichlichen Angebot vor allem deutscher Marken und Blöcke ebenso gut vertreten wie die Numismatik, welche Münzen aus verschiedenen Epochen zu moderaten Schätzpreisen präsentiert.
Den traditionellen Höhepunkt bildet am 2. Tag der Sammlungsteil, wenn mehr als 1.500 Kollektionen, Posten und Nachlässe unter den Hammer kommen. Einige prämierte Ausstellungssammlungen stehen hierbei besonders im Fokus: Eine Spezialsammlung Mecklenburg-Vorpommern mit einer Fülle von Besonderheiten und Belegen wird mit 5.000 € ins Rennen geschickt, eine Sammlung DDR-Dienstpost mit mehr als 1.000 Briefen aller möglichen Behörden und VEB-Betriebe startet mit 4.000 €. Deutschland ist naturgemäß sehr stark vertreten wie aber auch Frankreich, die übrigen europäischen Länder und Übersee, wo beispielsweise mehrere Sammlungen der VR China auf Bieter aus Fernost warten. Heiße Bieterkämpfe dürfte es auch bei der Versteigerung von Kartons und ganzen Regalen geben und hier mit Startpreisen von 10 € bis 2.500 € Philatelisten mit großem wie kleinem Geldbeutel nach Aachen locken.

Unser „62. Niederrhein-Großtauschtag“ am 16. November 2014

Am Ende jedes Jahres organisieren wir, die „Briefmarkenfreunde Nettetal e.V.“, stest am Volkstrauertag für alle Sammler für Briefmarken, Münzen, Ansichtskarten und für philatelistisches sowie numismatisches Zubehör den „Niederrhein-Großtauschtag“ in der „Städtischen Gesamtschule Nettetal-Breyell“. Durchnummeriert nun schon zum 62mal. Unser 1. Niederrhein-Großtauschtag fand übrigens am 27. April 1980 mit 110 Gästen und 21 Vereinsmitgliedern statt! – Hier nun die wichtigsten Angaben zu unserem und auch zu Ihrem „62. Niederrhein-Großtauschtag“:

  • Sonntag, der 16. November 2014 (Volkstrauertag)
  • Beginn: 9.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr
  • „Städtische Gesamtschule Nettetal-Breyell“
  • Navi-Angaben: 41334 Nettetal-Breyell, Von-Waldois-Straße 6
  • Freier Eintritt!
  • Keine Tischgebühren für Sammler!
  • Der 50. Vereinsrundbrief wird erscheinen und kostenlos verteilt!
  • Für den kleinen Hunger: unsere Cafeteria mit Sitzplätzen!
  • Parkplätze auf und auch vor dem Schulgelände!
  • Absolutes Rauchverbot im Gebäude und auf dem gesamtem Schulgelände!

Gäste und Interessierte für unser gemeinsames Hobby sind auch auf unserem Herbst-Großtauschtag gerne willkommen. Unter den zu erwartenden bis 300 Anwesenden gibt es auch Experten, die (natürlich kostenlos) Ihre Schätze schätzen und mit ihrem Wissen und Erfahrungen Sie beraten werden. Die Firma AIX-Phila Briefmarken GmbH wird mit dabei sein und für ihre 55. Briefmarken- und Münzenauktion in Aachen am 28.-29. November 2014 werben.

Natürlich wieder mit der großen Werbeausstellung „Wir stellen unser Hobby vor“ in allen 24 vereinseigenen Rahmen. Dieses mal steht im Fokus ein (kleiner) Teil der Spezial-Sammlung „Mühlradstempel von Bayern“ von Volker Reuschenbach im sogenannten „Bayern-Salon“. Er wird in einem separatem Klassenzimmer gezeigt. Hier als Vorschau vier Ausstellungsblätter:

211 + 213 001 27 + 28 001 113 - 114 001 356 001

 

 

 

 

 

Zwei besondere Jubiläen 2014: 50 Jahre Vereinsausstellung! Unsere erste Ausstellung des Vereins fand 1964 statt und einige ältere Mitglieder aus unserem Verein können sich noch gut daran erinnern. Zwei Sammler feiern 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft: Herr Hans Jäger und Herr Gottfried „Friedel“ Reyer!

Kommen und schauen Sie selber, wie interessant, abwechslungsreich und informativ diese sinnvolle Freizeitbeschäftigung  – für jung und alt und auch für Sie – sein kann! Informieren Sie sich auch vor Ort und nutzen Sie unser Angebot einer „Schnupper-Mitgliedschaft“ für ein volles Jahr zum halben Mitgliederpreis, aber mit vollem Leistungspaket!

An_BordKontakt & Informationen: Herr Stephan Heidenfels
Telefon wochentags ab 18.00 Uhr: 0 21 57 / 90 220
E-Mail: nettephila@web.de

Neue Postwertzeichen am 3. November 2014 in Deutschland

Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
„Weihnachten 2014 – Stern von Bethlehem“
 
MICHEL-Nummer: 3108
MICHEL-Nummer: 3112 selbstklebend aus Folienblatt

Der Stern von Bethlehem weist der Weihnachtspost 2014 den Weg. Per Briefmarke kann der Funke überspringen: Denn als wundersames Zeichen der Hoffnung verstehen viele Gläubige das Licht der rätselhaften Himmelserscheinung, die nach biblischer Überlieferung die Weisen aus dem Morgenland zum Geburtsort Jesu geführt haben soll.
Festlich wird die Erinnerung daran in unseren Gebräuchen bewahrt. Sterne und Kerzen untermalen deshalb die Weihnachtszeit, schmücken Kränze und Weihnachtsbäume. Die „Heiligen Drei Könige“ und der Stern von Bethlehem sind Teil des Brauchtums geworden. Dessen ungeachtet versuchen Astronomen seit Jahrhunderten, sich einen Reim auf „den Stern der Weisen“ zu machen.
Erklärungsversuche für die Himmelserscheinung gibt es einige. Ein Nova-Ausbruch gilt für manche als denkbares Szenario. Dabei handelt es sich um eine Art Sternenexplosion, die am Nachthimmel sichtbar werden kann. Der Astronom Johannes Kepler erkannte Anfang des 17. Jahrhunderts im Stern von Bethlehem ein Himmelsphänomen, das nur alle 805 Jahre auftritt: die Annäherung der Planeten Saturn und Jupiter im Sternzeichen der Fische. Kepler beobachtete die Erscheinung 1603/04 und errechnete, dass sie auch im Jahr 7 v. Chr. zu sehen gewesen sein muss – und dieses Jahr als Zeitpunkt für Jesu Geburt infrage kommt. Auch für eine extrem nahe Begegnung des Jupiters mit der Venus im Jahr 2 v. Chr. gibt es Berechnungen.
Außerdem wird eine Kometenerscheinung für möglich gehalten. In manchen Jahren kommen Kometen so nah an die Erde heran, dass sie gut zu sehen sind – und dann sogar Schlagzeilen machen. So sorgte etwa 2011 ein Himmelslicht an Heiligabend in einigen deutschen Regionen für Aufregung. Vom „hellen Lichtschweif mit rätselhaft glühenden Streifen“ war die Rede, von vielen Anrufen bei der Polizei und von einem Kometen als wahrscheinliche Erklärung.

Sonderpostwertzeichen
„300 Jahre Fahrenheit-Skala“


MICHEL-Nummer: 3109
Wenn Europäer bei 32 Grad ins Schwitzen kommen, kratzen Amerikaner fleißig Eis von den Autoscheiben. Da ist dann die klärende Frage angebracht: Fahrenheit oder Celcius? Zwei Wissenschaftler als Namenspaten, zwei Maßeinheiten für Temperatur. Der aus Danzig stammende Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit (1686–1736) hat 1714 das Thermometer entscheidend verbessert und es mit einer in Grade unterteilten Skala kombiniert. Auf seiner Skala legte er einen geeichten Höchst- und einen Tiefpunkt fest. Erstmals konnten absolute Temperaturen und nicht nur Temperaturdifferenzen angegeben werden. Wenige Jahrzehnte später, im Jahr 1742, stellte der schwedische Astronom Anders Celcius (1701–1744) aber die heute bei uns gebräuchliche Grad-Celcius-Temperaturskala vor.
Als Glasbläser stellte Fahrenheit Weingeist- und Quecksilberthermometer selbst her, die übereinstimmende Messwerte zeigten. Damit war die Basis für die serienmäßige Produktion von Thermometern gelegt. Zum Nullpunkt seiner Skala bestimmte er die tiefste Temperatur des strengen Winters 1708/09 in Danzig. Der Danziger Winterrekord lag bei minus 17,8 ° Celcius und war durch eine Mischung aus Eis, Wasser und Salmiak jederzeit herstellbar. Am anderen Ende der Fahrenheit-Skala lag der Siedepunkt des Wassers bei 212 ° Fahrenheit.
Das Ende des Fahrenheit-Standards in Europa kam im 19. Jahrhundert. Nach dem Vorbild von Meter und Kilogramm wurden auf dem größten Teil des Kontinents die Maßsysteme vereinheitlicht und in Zehner- oder Hundertereinheiten unterteilt. So geriet die Fahrenheit-Skala ins Hintertreffen. Dafür nahm man selbst in Kauf, dass mit der Celcius-Maßeinheit – unterhalb von 32 ° Fahrenheit – regelmäßig Minustemperaturen zu vermelden waren. Die Fahrenheit-Skala ist dennoch eine Pioniertat und bis heute in den USA in Gebrauch.
 
 
Sonderpostwertzeichen
„200. Geburtstag Julius Robert von Mayer“
 
MICHEL-Nummer: 3110
Als Mediziner mit nur geringem physikalischem Fachwissen stellte Julius Robert von Mayer (1814-1878) im Jahr 1842 als erster den Grundsatz der Energieerhaltung auf.
Bis heute gilt in der Physik und Physikalischen Chemie, dass in geschlossenen Systemen Energie weder entstehen noch verschwinden kann, sie allenfalls ihren Zustand wechselt. Die Entwicklung von Motoren, Kraftwerken und Kühlsystemen rückten durch die Forschungen Mayers ebenso in greifbare Nähe wie die Erzeugung technischer Gase. Allerdings litt der psychisch labile Eigenbrötler zeitlebens an der mangelnden Anerkennung durch die Fachwelt.
Aufgrund mangelnder Erfahrung mit der Fachsprache und kleinen Ungenauigkeiten in der Beweisführung wurden seine Erkenntnisse zunächst nicht anerkannt, ja sogar verhöhnt. Hinzu kamen private Schicksalsschläge, so dass Mayer eine akute Nervenkrise erlitt. Er sprang aus dem Fenster seines Hauses neun Meter in die Tiefe und erlitt schwere Verletzungen. Nach Aufenthalten in Nervenheilanstalten zog er sich für Jahre aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Später wurde er rehabilitiert und von König Karl von Württemberg 1867 in den persönlichen Adelsstand erhoben.
Mayers Gemütsschwankungen und Sanatoriumsaufenthalte setzten sich aber weiter fort. Im Dezember 1877 erkrankte er an Lungenentzündung und verstarb am 20. März 1878 in seiner Geburtsstadt Heilbronn. Während in Deutschland das Energieerhaltungsgesetz noch bis in das 20. Jahrhundert mit Helmholtz und Joule in Verbindung gebracht wurde, erlangte Mayer größere posthume Anerkennung nur in England, das sich zu jener Zeit in ständigem wissenschaftlichem Wettstreit mit Deutschland befand. Der Professor für Physik an der Royal Institution in London, John Tyndall erklärte 1891 sogar: „Kein größeres Genie als Robert Mayer ist je in unserem Jahrhundert erschienen“.

Sonderpostwertzeichen
„Schneemann“

 
MICHEL-Nummer: 3111
MICHEL-Nummer: 2113 selbstklebend aus Folienblatt

Ein aus Schneekugeln gefertigter Leib, der Hut, zwei Knopfaugen aus Kohle und die Möhre als Nase – fertig. Der Schneemann ist ein Sympathieträger, aber auch eine Figur voller Widersprüche. Schnell schmilzt er bei Tauwetter dahin und ist doch als Figur unsterblich. Rührselig wird, wer sich durch ihn an die eigenen Kinderfreuden erinnert. Als Sinnbild winterlicher Freuden sind wir ihm rückhaltlos zugeneigt, als Symbol für Vergänglichkeit und neuerdings den Klimawandel sorgt er aber auch für gemischte Gefühle. Heute noch ein Kindertraum und morgen schon Wasser.
Seine Geschichte ist Schnee mindestens von vorgestern. Seit wann Menschen die weißen Flocken zu Figuren formen, weiß niemand so ganz genau. Aus dem Jahr 1770 datiert ein Leipziger Kinderbuch, in dem der Schneemann erstmals abgebildet wurde.
Aus dem späten 18. Jahrhundert sind Darstellungen bekannt, die ihn zunächst als grimmigen Gesellen zeigen, als Zeichen des Winters, der Kälte, Hunger und Tod bringen konnte. Doch das Negativ-Image des Schneemanns wandelt sich bald ins Gegenteil, wie Kinderbuchillustrationen aus der Biedermeierzeit bekunden: Die Sehnsucht nach Idylle formt den Schneemann im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert zu einer fröhlichen, winterlichen Dekorationsfigur.
Ein Exemplar aus Marzipan brachte das Herz von Cornelius Grätz zum Schmelzen. Mit der kleinen Süßigkeit startete der Reutlinger 1983 eine Schneemann-Sammlung, die auf mehrere tausend Exemplare angewachsen und im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist. Grätz rief den 18. Januar zum „Welttag des Schneemanns“ aus – und erhält seitdem an diesem Tag Fotos von Schneemann-Aktionen rund um den Globus. Das Datum 18. Januar ist mit Bedacht gewählt. Es geht zurück auf die Form des Schneemanns: Die 8 steht für seine Silhouette, die 1 davor für seinen Stock oder Reisigbesen.

 

„Marktplatz Philatelie“ – Die Briefmarken-Messe im Internet!

Marktplatz Philatelie

Markt?  Messe? – Neu? – Ja!

Durch die übersichtliche Struktur finden Sie schnell die von Ihnen gesuchten Briefmarken oder philatelistisches Zubehör sowie Artikel aus verwandten Bereichen wie der Numismatik. Alle Anbieter auf dem Marktplatz zeichnen sich durch überprüfte Seriosität und mehrjährige Erfahrung im professionellen philatelistischen Online-Handel aus. Für Sie als Kunde ist die Nutzung des Marktplatzes daher nicht nur kostenlos und kinderleicht, sondern vor allem sicher! Über 75000 Artikel von verschiedenen Anbietern befinden sich schon im Angebot sowie wichtige „Neuigkeiten“ warten auf Sie:
über 45.000 Briefmarken Deutschlands – von Altdeutschland bis Bund
über 23.000 Briefe und Belege
über   6.000 Motive
über   2.300 Zubehörartikel – vom Album, MICHEL-Kataloge, Vordrucke
über   1.100 Münzen und Edelmetalle
über   1.000 Ansichtskarten
und vieles mehr …

Der neue „Marktplatz Philatelie“: Diesen Button anklicken und reinschauen!

Neue Betreiber unseres Vereinslokals Restaurant „Alter Braukeller“!

Logo_Braukeller_NeuDer neue Gesellschaftervertrag wurde bereits am 1. August 2014 unterschrieben. Am 25. September 2014 erfolgte nun die öffentliche „Übergabe“ von Juliane und Karl-Heinz Bäumges an ihren Sohn Stefan Bäumges und an Manfred Halli. Das Restaurant ist jetzt Mitglied im Gaststättenverband „Samnia Hospitality & Consulting GmbH“.
Die drei Vorstandsmitglieder Stephan Heidenfels, Kurt Engbrock und Matthias Kästner unseres Vereins der „Briefmarkenfreunde Nettetal e.V.“ waren bei der „Übergabe“ anwesend und haben sich bei Juliane und Karl-Heinz Bäumges für die jahrzehntelange (!) und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt. Wir, auch im Namen ALLER Mitglieder unseres Vereins, wünschen beiden viel Gesundheit, Glück und Erfolg in ihrem wohlverdieneten „Ruhestand“.

Wir stellten uns auch schon bei Stefan Bäumges und Manfred Halli vor und es gibt keine Probleme auch weiterhin zu sagen:  Unser Vereinslokal ist und bleibt für die nächsten Jahrzehnte (!!)  das Restaurant „Alter Braukeller“ in Nettetal-Schaag!

Der Vorstand

Neue Postwertzeichen am 2. Oktober 2014 in Deutschland

„Weltkulturerbe der UNESCO”: Fagus-Werk

MICHEL-Nummer:  3105
Ein Klassiker der modernen Architekturgeschichte ist es, manche Fachleute meinen sogar, das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld markiere deren Beginn. Klare kubische Formen, Glas und Stahl als prägender Baustoff, großzügige Fensterflächen: Ein Eindruck von maximaler, lichtdurchfluteter Transparenz. So einen schwerelos anmutenden Industriebau, wie ihn der Architekt Walter Gropius (1883–1969) und sein Mitarbeiter Adolf Meyer zwischen 1911 und 1914 gestaltete, hatte die Welt bis dato noch nicht gesehen. Seit 1946 ist die Schuhleistenfabrik als Baudenkmal eingestuft, seit 2011 zählt das Fagus-Werk zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Zwei Männer standen Pate beim Frühstart der modernen Industriearchitektur: der junge Gropius, späterer Stararchitekt des Bauhaus, und der innovative Schuhleisten-Fabrikant Carl Benscheidt. Der Newcomer wollte ein „humanes“ Gebäude schaffen und den dunklen Industriehallen seiner Zeit etwas entgegensetzen. Benscheidt ließ sich vom Gestaltungsentwurf des 28-jährigen Gropius begeistern: Das dreistöckige Hauptgebäude ist bis auf Sockel und Deckel fast voll verglast, wobei die mit Metall verschalten Fensterflächen stützenfrei um die Ecken reichen. Das markiert den Beginn der modernen Skelettbauweise.
Im ehemaligen Lagerhaus des zehn Komponenten umfassenden Komplexes ist seit 2006 ein Museum untergebracht. Auf 3.000 Quadratmetern thematisiert die Fagus-Gropius-Ausstellung die Firmengeschichte, den Aspekt des Welterbes, die Bauhaus-Geschichte, Schuhmode und Holzwerkstoffe. Innerhalb der letzten 100 Jahre fanden im Fagus-Werk verschiedene Umnutzungen und Renovierungen statt. Heute werden hier u.a. moderne Messtechnik-Systeme für die Holzindustrie produziert, aber auch immer noch Schuhleisten. Damit ist die Fabrik heute die einzige UNESCO-Welterbestätte, die noch in vollem gewerblichen Betrieb ist.

300 Jahre externe Finanzkontrolle

MICHEL-Nummer: 3106

Was sich hinter dem etwas sperrigen Begriff „externe Finanzkontrolle“ verbirgt, beschreibt ganz einfach die Tätigkeit des Bundesrechnungshofes. Die Bonner Behörde beschäftigt sich mit Fehlentwicklungen und unwirtschaftlichem Verhalten in der Bundesverwaltung. Sie prüft die Haushalts- und Wirtschaftsführung mit der Maßgabe, dass mit öffentlichen Finanzmitteln sparsam umgegangen werden soll. Als „unverzichtbare Institution in der parlamentarischen Demokratie“ bezeichnet der Verwaltungsexperte Dieter Engels die Behörde, deren Präsident er von 2002 bis April 2014 war. Zur Zeit ihrer Gründung vor 300 Jahren sei die damalige Preußische General-Rechen-Kammer hingegen ein „Instrument des absolutistischen Herrschers zur Kontrolle der Territorialverwaltung“ gewesen.
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hatte die Preußische General-Rechen-Kammer, den ersten Rechnungshof, 1714 in Berlin einrichten lassen. Im 19. Jahrhundert wechselte der Sitz der Preußischen Oberrechnungskammer, wie die Behörde nun hieß, nach Potsdam. Bis 1945 blieb die preußische Kontrolleinrichtung bestehen, auch unter den Nationalsozialisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Behörde zunächst in Hamburg und dann in Frankfurt am Main angesiedelt. Dort wurde 1950 der Bundesrechnungshof gegründet, der seit dem Jahr 2000 seinen Sitz in Bonn hat. Dort und in den angeschlossenen Ämtern arbeiten heute rund 1.300 Beschäftigte. Neuer Präsident des Bundesrechnungshofes ist seit Juli 2014 Kay Scheller.
Tätig werden die Prüfer des Bundesrechnungshofes immer dann, wenn sie auf Missstände aufmerksam werden. Das kann durch eigene Recherchen angestoßen werden, durch Pressepublikationen oder durch Hinweise von Privatpersonen. Laut eigener Aussage erhält der Bundesrechnungshof pro Tag vier bis fünf Anrufe oder Mails mit Meldungen von Bürgern.

100 Jahre Schachtschleuse Minden

MICHEL-Nummer: 3107
Um am Wasserstraßenkreuz Minden zwischen Mittellandkanal und Weser zu wechseln, müsste ein Schiff ganz schön große Sprünge machen. Der Fluss liegt nämlich 13 Meter tiefer als der Kanal. Auf sanftem Wege besorgt das die Mindener Schachtschleuse. Das Bauwerk hebt und senkt zuverlässig Schiffe – inzwischen seit 100 Jahren. Meist sind es Güterschiffe, die in den Verbindungskanal zur Mindener Schachtschleuse abbiegen. Aber auch Fahrgastschiffe und Sportboote steigen in dem historischen Bau tausendfach auf und ab.
Von 1911 bis 1914 dauerte es, bis die Anlage errichtet war. Ihr Herz ist die Kammer zum Heben und Senken von Schiffen. Sie war ursprünglich 82 Meter lang und zehn Meter breit. Daneben sind Becken angelegt, die Wasser aufnehmen oder abgeben. Auf vier Ebenen sind 16 Bassins, sogenannte Sparbecken, installiert. Mehr als 11.000 Kubikmeter Wasser werden hier bewegt. Geht es für ein Schiff abwärts, leert sich die Schleusenkammer. Fast zwei Drittel des Wassers fließen in die Sparbecken, der Rest in die Weser. Umgekehrt wird die Kammer mit derselben Menge Wasser aus den Sparbecken und aus dem Mittellandkanal gefüllt, bis ein Schiff oben angekommen ist.
Seit 1987 steht die Mindener Schachtschleuse unter Denkmalschutz. Um größere Güterschiffe aufnehmen zu können, wurde die Schleusenkammer auf 85 Meter verlängert. Inzwischen sprengen die Ausmaße moderner Großmotorschiffe erneut die Leistungsfähigkeit der Schachtschleuse. Neben ihr entsteht deshalb seit 2010 eine neue Anlage. Diese Weserschleuse wird mit einer Kammer von 139 Meter Länge und 12,5 Meter Breite ausgestattet, entsprechend mehr Wasser fließt dort durch drei Sparbecken: 25.400 Kubikmeter – mehr als doppelt so viel wie in der Schachtschleuse. Das 100-jährige Bestehen der Schachtschleuse wird am 14. September am Informationszentrum gefeiert.

Neue Postwertzeichen am 1. September 2014 in Deutschland

Serie „Tag der Briefmarke” 2014:  Lindauer Bote

MICHEL-Nummer:  3101
Einmal Bella Italia und retour – so lautete der Marschbefehl des sogenannten Lindauer Boten, der vom frühen 14. Jahrhundert bis 1826 als Botendienst zwischen Lindau und Mailand verkehrte. Vom Bodensee in die Lombardei, 325 Kilometer die einfache Strecke, über den Kamm der Alpen in fünfeinhalb Tagen. Eine strapaziöse Reise, die es in sich hatte: Je nach Streckenabschnitt und Topographie wurde sie zu Fuß, zu Pferde, per Schiff oder auf dem Gepäckwagen bewältigt. Das grenzüberschreitende, transalpine Kurierunternehmen beförderte Briefpost, Geld, Dokumente und Waren, ab dem späten 17. Jahrhundert auch Personen.

Die genauen Anfänge des „Lindauer Boten“ liegen im Dunkeln, manche Quellen nennen das Jahr 1322. Während die oberitalienischen Städte in der vollen wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der Renaissance standen, erschloss Lindau als Verkehrsknoten und Umschlagplatz die deutschen Regionen Bayern, Schwaben und Franken sowie den Handel entlang des Rheins und der Donau. Der „Lindauer Bote“ war aber nicht unangefochten. Als rein städtische Botenlinie war er der habsburgischen Reichspost, der Thurn- und Taxis Post, schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Bis 1826 hielt der Lindauer Bote noch durch, dann setzten ihm – neben den ständigen habsburgischen Interventionen – wirtschaftliche Aspekte so zu, dass der Betrieb im September des Jahres endgültig eingestellt wurde.
Über das Ende des Alten Kaiserreichs hinaus, rd. 500 Jahre lang, hatte der Lindauer Bote seinen Dienst versehen. Da hat er sich doch eine kleine Auferstehung verdient, dachte sich der Lindauer Verkehrsverein im Jahr 1989 und initiierte eine nostalgische Fahrt mit einer fünfspännigen Postkutsche auf der historischen Route Richtung Italien. Nicht in fünfeinhalb Tagen, wie das historische Vorbild, eilt das Pferdegespann über die Alpen. Bequeme zehn Tage lässt man sich Zeit, um Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Schweiz und Italien bis zum Ankunftsort Como zu durchqueren: ein unvergessliches „Entschleunigungserlebnis“.

Antoine de Saint-Exupéry: Der Kleine Prinz

MICHEL-Nummer:  3102
und als selbstklebende Marke im Markenheftchen 97:
MICHEL-Nummer: 3104

Die kaum 100 Seiten starke Erzählung „Der Kleine Prinz“, am 6. April 1943 in New York erschienen, ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt. Die Faszination für das Werk stieg noch, als sein Autor und Illustrator, der französische Flieger Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944), ein mysteriöses Schicksal erlitt, das die humanistische Botschaft des Buches wie ein tragisches Vermächtnis aussehen ließ. Von einem während des Zweiten Weltkriegs durchgeführten Aufklärungsflug, zu dem der an Depressionen leidende Nachtflug-Pionier am 31. Juli 1944 über das Meer von Korsika aus in Richtung französisches Festland aufbrach, kehrte er nie zurück.

Die kindlicher Sprache und Sichtweise nachempfundene Geschichte erzählt von der Begegnung eines in der Sahara notgelandeten Piloten mit dem von einem winzigen Planeten stammenden kleinen Prinzen. Auf seiner Reise zur Erde und der Suche nach Freundschaft hat er andere Planeten besucht und ist auf gänzlich ichbezogene Charaktere gestoßen. Sie alle legen zu viel Wert auf Äußerlichkeiten. Erst auf der Erde trifft er den Fuchs, der ihn das Geheimnis der Freundschaft und der Liebe lehrt und ihm sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ In diese genauso gleichnishafte wie poetische Erzählung kleidet Saint-Exupéry die Summe seines moralischen Denkens.
Im Jahr 2008 verdichten sich anhand aufgefundener Wrackteile die Hinweise, dass ein deutscher Kampfpilot den Literaten vor Marseille abgeschossen hat. Damit wäre eines der größten Rätsel der Literaturgeschichte gelöst. Was bleibt, ist Saint-Exupérys wundersame Erzählung, die über 80 Millionen Mal verkauft wurde und deren überwältigender Erfolg nicht leicht zu erklären ist. Schließlich erscheint sie vielen als Kinderbuch zu komplex und als Buch für Erwachsene zu kindlich. Vielleicht erklärt sich ihre magische Anziehungskraft aber auch umgekehrt: „Der Kleine Prinz“ hilft Kindern, die Welt der Erwachsenen zu verstehen und lehrt die Erwachsenen, die Welt noch einmal mit Kinderaugen zu sehen.

August Macke – Gemälde:  Sonniger Weg

MICHEL-Nummer:  3103
Das Gemälde „Sonniger Weg“ von August Macke aus dem Jahr 1913 entstand nur Monate vor seinem Tod. Anfang August 1914 wurde er kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs als Soldat an die Westfront geschickt. Am 26. September 1914 fiel August Macke, nur 27 Jahre alt. Dem Maler war nur eine dramatisch kurze Schaffensperiode vergönnt. Umso heller und intensiver strahlt sein Gemälde „Sonniger Weg“. Die Leichtigkeit des Augenblicks machte Mackes Spaziergänger im städtischen Grün berühmt. Zu sehen sind eine Frau und ein Mann an einem Brückengeländer, eine Mutter mit Kind schlendert heran. Das Licht fällt wie durch Fenster auf die Szene.

Macke, am 3. Januar 1887 in Meschede im Sauerland geboren, wandte sich zunächst dem Impressionismus zu und ließ sich von Strömungen wie Kubismus und Futurismus mitreißen. Die Ausdruckskraft seiner Farben und die Leuchtkraft des Lichts in seinen Werken sorgten für Furore. Das kleinformatige Ölgemälde gehört zu einer Gruppe von Bildern, die am Thuner See in der Schweiz 1913/14 entstand. Die Freundschaft Mackes mit Franz Marc ging in die Kunstgeschichte ein. Die Maler hatten sich 1910 kennengelernt und tauschten sich künstlerisch aus – beide waren Mitglieder der Gruppe „Der Blaue Reiter“. Mit progressiven Ideen trieben sie die Entwicklung der modernen Kunst voran und ließen den deutschen Expressionismus reifen.
Das Paar auf dem „Sonnigen Weg“ ist seit 1976 im Westfälischen Landesmuseum in Münster zuhause. Das Gemälde zählt zu den wichtigsten Stücken im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Die Malerei der Moderne bildet einen Schwerpunkt der dortigen Sammlung. Mehr als 300 Werke Mackes aus Bestand und Leihgaben gehören dazu, darunter neben Gemälden, Aquarellen und Grafiken auch drei Arbeiten auf Textil, zwei Skulpturen und 80 Skizzenhefte. Das Haus wird seit mehreren Jahren umgestaltet und ist seit Mitte 2012 geschlossen, da es einen Neubau erhält. Rechtzeitig zum 100. Todestag August Mackes ist die Wiedereröffnung geplant. 

Blankoganzsache „Lindauer Bote“

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Ein Briefumschlag mit diesem Postwertzeichen für 60 Cent.
Verkaufspreis: 80 Cent
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